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CHRONIK - Schulbildung und Jugend im Laufe und im Wandel der Jahrhunderte

Schulpflicht im Herzogtum

Die Stellung des Schulmeisters war 1649 durch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Herzogtum Württemberg erheblich gestärkt worden. 1670/72 führte man auch die Sommerschule für die Dorfschulen ein. Für jedes Kind mussten die Eltern einen Kreuzer als Schulgeld bezahlen. Ausführliche Nachrichten über die Tätigkeit der Schulmeister in Neckartailfingen sind erst im 18. Jahrhundert überliefert.

Seit 1700 unterrichtete Johann Konrad Schieß, ein 46-jähriger Hutmacher aus Kirchheim unter Teck die Neckartailfinger Schulkinder. Im Sommer besuchten die Altdorfer Kinder auch die Neckartailfinger Schule, die von insgesamt 46 Kindern frequentiert wurde. Die Sommerschule fand täglich einen halben Tag lang statt. Im Winter gab es in Neckartailfingen 78 und in Altdorf 30 Schulkinder. Trotz der Schulpflicht wurden demnach im Sommer nur knapp die Hälfte der schulpflichtigen Kinder in die Schule geschickt. Die Arbeit auf den Feldern hatte Vorrang. Den Schulbesuch ihrer Kinder empfanden wohl die wenigsten Eltern als ein Bedürfnis.

1719 war der inzwischen 69-jährige Johann Konrad Schieß immer noch als Schulmeister im Amt. Im Sommer unterrichtete er 38 Knaben und 22 Mädchen und im Winter 48 Knaben und 40 Mädchen. Die Schülerzahl war gegenüber 1703 nur leicht gestiegen. Über die Hausväter im Filialort Altdorf wussten die Visitatoren zu berichten, daß sie lieber in das Trinkhausgehen als ihren Kindern Papier, Feder und Dinte anzuschaffen“. 1763 konnte der zweite Schulmeister Caspar Baur auf eine 42-jährige Amtszeit zurückblicken. Er übte kein weiteres Ämtlein aus, so an der Schul hinderlich wär, das heißt, er lebte von seinem Schulmeistersalär. Johann Caspar Baur hatte neun Kinder, wohnte im Schulhaus und klagte nicht über die Besoldung.  Johann Caspar Baur verstarb 1768 und sein Sohn übernahm die Schulmeisterstelle. Ab 1771 übernahm dann Johann Leonhard Maurer dieses Amt und seit 1822 sollte für ganze 44 Jahre die Neckartailfinger Schulmeisterstelle mit Gottfried Maurer besetzt sein, der acht Jahre später – 1830 – auch den Liederkranz gründete.

 

Der Schulunterricht

Die Kinder besuchten ab dem sechsten Lebensjahr die Schule, und zwar so lange, bis sie der Pfarrer nach der Konfirmation vom Unterricht freisprach. Danach gab es täglich Schulunterricht, im Winter fünf Stunden und im Sommer drei Stunden. Der Schulbesuch erfolgte keineswegs regelmäßig.

So stellten die Visitatoren 1768 einmal mit Genugtuung fest, dass die Neckartailfinger Kinder von ihren Eltern zur Schule angehalten und nicht herausgenommen werden, bis der Pfarrer sie – entsprechend den Regeln – freispricht.

1793 führte man das Auswendiglernen ein und praktizierte es auch im Religionsunterricht mit Fleiß. Für die Schullehrer schaffte man auf Kosten des Heiligen die besten Erziehungsschriften an. Zum Schreiben verwendete man in der Regel nicht das teure Papier, sondern Schreibtafeln mit denen die meisten Schüler 1795 versehen waren. Die Fehlzeiten der Schüler waren in Neckartailfingen als relativ gering zu bezeichnen. Schulzucht war in dieser Zeit oberstes Gebot und über die moralischen Strafen hinaus reichte das Register der Körperstrafen vom Strafestehen bis zur körperlichen Züchtigung. Der Stock gehörte zur Grundausstattung eines jeden Schulzimmers. Er hat erst in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts die Klassenzimmer verlassen. 

 

Liste der Schulmeister, Oberlehrer und Schulleiter seit 1545

N. N. 1545

Dietrich Ludwig gen. 1559-1560

Jerg (Georg) Resch (Rösch) 1560 -1584 (gen.)

Abraham Dettinger gen. 1637

Michael Baur gen. 1649

Lorenz Renz gen. 1654-1659, .1672

Hanß Jacob Baur gen. 1674-1686

Konrad Schieß gen. 1700-1721

Johann Caspar Baur 1721-1768

David Gottfried Baur 1768-1771

Johann Leonhard Maurer 1771-1822

Gottfried Maurer 1822-1866

Johann Jakob Wetzel 1866-1874

Ludwig August Bauer 1874-1893

Andreas Pfetsch 1893-1903

Johann Georg Lang 1904-1929

Karl Floruß / Florus 1929-1932

Otto Holl 1932-1936

Hermann Roos 1937-1945(?)

Liselotte Schmid 1945(?)-1948

Christian Hermann 1948-1968

Christian Lederer 1968-1979

Rainer Jarosch 1980-1985

Udo Hägele seit 1985

 

Das Neckartailfinger Schulhaus am Schulberg gehörte seit 1541 der Gemeinde und wurde gemeinsam mit dem Heiligen unterhalten. So verzeichnet 1772 die Heiligenrechnung unter anderem die Kosten für die Errichtung eines Schweinestalls im Schulhaus, für die Säuberung des Schulhauskamins und den Einbau einer Bratkachel im Ofen der vom Schulmeister genutzten Wohnung. 1777 beschloss man eine Renovierung des Schulhauses, dessen Holz am Vordergiebel ganz abgefault war.

 

Volksschule

Fünfzig Jahre später erwies sich die Einrichtung einer zweiten Schulstube als unumgänglich, zumal zwischenzeitlich die Schülerzahl fast um das Doppelte angewachsen war und weiter wuchs. Es ist heute kaum vorstellbar, dass 1829 in einem einzigen Raum 165 Kinder gleichzeitig von zwei Lehrern unterrichtet wurden. Um die unerträgliche Situation zu verbessern, beschloss die Gemeinde, ein zweites Lehrzimmer einzurichten, das allerdings nur in einem Anbau unterzubringen war. Schon 1845 kam es zu einem Erweiterungsbau im Nordgiebel, wo außer dem Lehrzimmer und einer Wohnung auch ein Rinderstall und eine Tenne eingerichtet wurden. Für die Ausstattung des Lehrzimmers ließ die Gemeinde ein Chateter mit einem erhabenen Tritt – also ein Katheter auf einen erhöhten Podest – anfertigen, das mit einem Sitz, einem abschließbaren Pult und Bücherkästen ausgerüstet war.

1851 teilte man die Schule erstmals in zwei Klassen. Dem Vorschlag des Ministeriums, eine dritte Lehrerstelle einzurichten, stand die Gemeinde aus Kostengründen zunächst sehr ablehnend gegenüber, so dass die zügige Einrichtung eine dritten Lehrerstelle (Unterlehrer) schließlich im November 1852 vom Evangelischen Konsistorium angeordnet werden musste.

Ab 1853 unterrichteten an der Schule ein Schulmeister, ein Unterlehrer und ein Hilfslehrer, der neue Lehrer anfangs im Wirtschaftslokal des ehemaligen Wirtshauses zum Schwanen, dann im Gasthaus „zum Lamm“. Auch die Organisationsform der Volksschulen erfuhr seit dem 19. Jahrhundert wichtige Veränderungen. Mit dem Volksschulgesetz von 1836 leitete man die Verstaatlichung der ehemals gemeindlichen deutschen Schulen ein. Die Schulaufsicht blieb jedoch noch lange Zeit geistlich bis zum Volksschulgesetz von 1909, als auch die geistliche Schulaufsicht auf den Staat überging. Die Nationalsozialisten schafften 1936 die Bekenntnisschule zugunsten der „Deutschen Volksschule“ ab.

 

Mittelschule

1862 beantragen eine Anzahl Familienväter die Einrichtung nicht einer höheren Bürgerschule, sondern einer Realschule zur besseren Ausbildung ihrer Kinder. Pfarrer Knapp stellte eine Liste auf, der zu folge immerhin 32 Knaben und (nur) 13 Mädchen der Jahrgänge 1847 bis 1858 für den Besuch einer höheren Lehranstalt geeignet seien – der jüngste Kandidat, Gustav Adolph Eisinger, war gerade mal vier Jahre alt! Die Gemeindegremien waren bereit, eine solche Schule mitzutragen. Die Familienväter äußerten sich am 16. Mai 1862 nun dahingehend, dass die Schule nur von Knaben besucht werden solle. Das Schulgeld betrug 8-12 Gulden. Die Väter stellten auch einen Katalog der weiterführenden Fächer zusammen: württembergische und allgemeine Geografie, württembergische und allgemeine Geschichte, Arithmetik mit besonderer Berücksichtigung der Gewerbsbildung, Geometrie, Zeichnen (Linear- und Freihandzeichnen), französische Sprache, Lateinisch (allerdings mitFragezeichen versehen!), deutsche Sprache (mit Aufsätzen) und schließlich Naturlehre. Die Kosten der Schule überschlug man auf 705 bis 905 Gulden jährlich, wovon rund 160 Gulden von zwanzig Schülern durch Schulgeld gedeckt würden; den Rest müsse die Gemeinde tragen.

Als das Oberamt Nürtingen 1862 die Genehmigung für eine Realschule in Neckartailfingen verweigerte, erwarb die Gemeinde das zweistöckige Wohn- und Geschäftshaus des Kaufmanns Engel in der Karlstraße und richtete dort auf Empfehlung des Oberamtes 1863 eine einklassige Mittelschule ein, später die untere Schule genannt. Das Gebäude der Mittelschule befindet sich bis zum heutigen Tage im Besitz der Gemeinde Neckartailfingen in der Karlstraße 7 und wird zwischenzeitlich als Wohnraum genutzt. Noch 1864 existierte kein Lehrplan für die Neckartailfinger Mittelschule. Vielmehr wurde nach örtlichen Wünschen und Bedürfnissen unterrichtet. Im Allgemeinen nahmen die Mittelschulen die Funktion einer gehobenen Volksschule mit besonderem Gewicht auf Zeichnen und „Realien“ wahr. So wurde zum Beispiel kein Französisch unterrichtet, es sei denn in Privatstunden.

In den 1865 für die Visitation angewandten Kriterien findet sich die bemerkenswerte Feststellung: Das Zusammenantworten nicht zu dulden, sondern die Schüler anzuhalten, dass sie durch Aufheben der Hände anzeigen, wenn sie antworten können und dann einzeln aufzurufen! Auch wurde auf biblische Geografie großer Wert gelegt. Warnungen vor Giftpflanzen und eine besondere Vogelkunde gab es jeweils im Frühjahr und Herbst. Die Mittelschule hatte bis 1906 Bestand, wurde dann aber wegen mangelnder Nachfrage geschlossen. Dennoch blieb sie der ganze Stolz älterer Neckartailfinger und trug sehr zum örtlichen Selbstverständnis bei, stets einen gehobenen Bildungsstand gepflegt zu haben. Immerhin gingen schon in der Zeit des Zweiten Weltkriegs mindestens zwölf Neckartailfinger Kinder nach Nürtingen ins Gymnasium, bei nicht einmal 1000 Einwohnern eine beachtliche Bildungsquote.

In der Mittelschule unterrichtete übrigens ein Schulmeister mit einem Jahresgehalt von 400 Gulden und freier Unterkunft, um 1865 Mittelschullehrer Haußmann, um 1872 auch der erste Kommandant der freiwilligen Feuerwehr, Jakob Friedrich Sattler. Für den Besuch der Mittelschule mussten 2 Gulden Schulgeld bezahlt werden. Nach Auflösung der Mittelschule unterrichtete man in ihrem ehemaligen Schulraum die Unterklasse, während Mittel- und Oberklasse im oberen Schulhaus unterrichtet wurden.

 

Arbeits- und Industrieschule

An Stelle der bis dato üblichen Sonntagsschule für die männliche Jugend während der Wintermonate richtete man 1859 eine Fortbildungsschule ein. Bereits seit 1848 bestanden zwei Privatschulen mit dem Fächerkanon der Realschule, sie erteilten Unterricht in den Elementen, Realien und Sprachen.

Eine Industrieschule nur für Mädchen von sechs bis sechzehn Jahren gab es bereits 1865. Unterrichtet wurde jedoch nur in den Wintermonaten von November bis April, und zwar jeden Mittwoch und Samstag nachmittags von 13 – 16 Uhr. Hier sollten weibliche Fertigkeiten wie Stricken, Häkeln, Nähen, Flicken und Kleidermachen vermittelt werden.

 

Liste der Mittelschullehrer 1863-1906

Gottlieb Haußmann 1863-1868

Jakob Friedrich Sattler 1868-1876

Jakob Friedrich Köbele 1876-1882

David Geyer 1882-1895

Reinhold Bührlen 1895-1900

Gottlieb Boger 1900-1906

 

Schulgebäude 

Bereits 1950 hatte sich die Schulraumsituation in den beiden Neckartailfinger Schulhäusern als untragbar erwiesen, da die Schülerzahl von 80 im Jahre 1935 auf zeitweise über 200 in den Nachkriegsjahren angestiegen war. Drei niedrige und viel zu kleine Schulsäle verteilten sich auf die beiden Gebäude; nach Einrichtung einer vierten Lehrerstelle kamen zwei weitere Gemeindegebäude hinzu.

1949 fasste die Gemeinde den Grundsatzbeschluss zu einem Schulhausneubau nahe der Kelter in den Kirchgärten und ließ im Oktober 1951 die Bauarbeiten anlaufen, doch drückt der wandernde Knollenmergel alsbald die aufgeführten Fundamente ein. In den Nürtinger Kreisnachrichten vom 21. Mai 1952 lautete die Frage „Wer trägt die Schuld am Schaden? Und das Schulhausneubau-Fiasko von Neckartailfingen vor dem Kreistag“. Der Schaden der damals entstanden ist, betrug rund 50.000 DM was etwa 30,--DM pro Kopf der Bevölkerung in Neckartailfingen gleichkam.

Im Herbst 1951 hatte die Gemeinde mit dem Bau begonnen und diesen dann auf Grund von Rutschungen des Knollenmergels im Hang im Jahr 1952 wieder eingestellt. Dem Vorschlag des Landesgeologen zuerst einmal die Wasseradern abzuleiten, kam man dann doch nicht nach, nachdem die einwandfreie Ausführung nicht als gesichert erschien und die bereits erstellten Grundmauern den Anblick eines vom Erdbeben heimgesuchten Bauwesen darboten. Es wurde eine Kommission aus Stuttgart mit der Überprüfung des Vorhabens beauftragt. Hierbei wurde dann festgestellt, dass der Weiterbau an dieser Stelle abgelehnt werden muss. Das Landratsamt als Aufsichtsbehörde trifft hierbei keine Schuld, auch die Gemeindeverwaltung sei unschuldig denn es sei nichts versäumt worden. Bei dem am 4.02.1952 erstellten Gutachten wird auf die starken Niederschläge und die damit verbundenen Schäden hingewiesen. Der Untergrund war so aufgeweicht, dass der Hang oberhalb des Neubaues in Bewegung kam. Risse an den Grundmauern und Bewegungen der bergseitigen Wände sind eingetreten. Innerhalb der Baugrube traten Aufwölbungen von 15 – 20 cm ein.

Rohbauarbeiten am Schulberg

Der erste Schulhausbauversuch 1951 wurde bereits bei der Erstellung der Grundmauern gestoppt. Der Hang am Schulberg geriet aufgrund des Knollenmergels ins Rutschen. Risse und Setzungen sowie Verschiebungen des Mauerwerks waren die Folge. 

Nach längeren Verhandlungen entschloss sich der Gemeinderat noch im Jahr 1952 dafür, das neue Schulhaus am rechten Neckarufer an der Altdorfer und Bahnhofstraße zu errichten.

 

Der Schulhausbau machte gute Fortschritte und so konnte im März 1953 in der Nürtinger Zeitung gelesen werden, dass nach der unglücklichen Wahl des ersten Bauplatzes es mit dem Neubau  - im sogenannten neuen Viertel – rasch vorwärts geht. Die starke Zunahme der Bevölkerung und durch den Zuzug vieler Neubürger führte als Ursache zur raschen Wahl des ersten Bauplatzes und des herbstlichen Beginns am sogenannten wandernden Buckel. Das neue Schulhaus am jetzigen Standort unterhalb der Burg Liebenau wird außer dem Werk- und Aufbewahrungsraum im Souterrain sechs weitere Räume umfassen. Vier davon sind Klassenzimmer, ein Festsaal und ein größerer Raum für Handarbeit- und Haushaltsunterricht, sowie ein anliegendes Häuschen für den Hausverwalter. Der geringe Verkehr über die beiden anliegenden Straßen wird die Sicherheit der jüngeren Schüler auf ihrem Schulweg wesentlich fördern.

 

Liebenauschule - Einweihung 

Die Einweihungsfeierlichkeit am Sonntag den 25. April 1954 wurde dann von der damals 1.500 Einwohner zählenden Bevölkerung wie ein Volksfest gefeiert. 

Als man das Musterbeispiel einer Landschule, so die seinerzeitige Einschätzung einweihte, hatte es die Gemeinde 360.000 DM gekostet. Als Staatszuschuss gab es rund 90.000 DM und 150.000,-- DM musste die Gemeinde über ein Darlehen abwickeln.

In den damaligen Zeitungen waren folgende Überschriften zu lesen: „ Ein bedeutendes Werk für die Jugend – Raum und Schönheit zugleich verkörpert das neue Schulhaus in Neckartailfingen“ oder „Musterbeispiel einer Landschule“ oder „Schulhauseinweihung – ein Volksfest „ „Ganz Neckartailfingen nahm am Festakt teil – Jugend hat ein neues würdiges Heim“  und zu lesen war, dass dies eine anerkennenswerte Leistung einer Gemeinde mit 1.500 Einwohnern ist, wenn 360.000,-- DM für ein Schulhaus angelegt werden. Landrat Dr. Schaude rühmte den Lernhunger der Neckartailfinger.

In der Zeitung wurde folgende Beschreibung zum Besten gegeben: Über einen breiten aus rötlich gefärbtem Mischasphalt gewalzten Weg gelangt man, von der Brücke kommend, in das Erdgeschoss. Ein kleiner Zierbrunnen in der rechten Mauernische zieht das Auge unwillkürlich an. Links steigt die aus 22 Stufen bestehende, aus Kunstmarmor gefertigte Treppe zum oberen Stockwerk hoch, während gerade links die schmucken elektrischen Herde der geräumigen Hauswirtschaftsküche durch den Rahmen der offenstehenden Tür blinken. Die Böden im Flur sind aus naturfarbigen Klinkerplatten. Die Südseite sämtlicher vier Schulräume sind mit großen Fenstern versehen. Sie erlauben freien Blick über das schöne Neckargefilde. Die Malerarbeiten der Unterrichtsräume sind in lichten Farben gehalten die auch beim längerne Anblick augenschonend wirken. Bequeme Stühle und schmucke Lese- und Schreibpulte erleichtern den Schülern das Lernen. Vier Wannen und eine ganze Anzahl von Duschen stehen in zwei weiß getäfelten Räumen bereit, die Jugend in den heißen Sommermonaten zu erfrischen. Ein furniertes Bücherzimmer mit elektrischer Uhrenanlage und das anliegende Konferenzzimmer strahlen Ruhe und Behaglichkeit aus. Neben den bereits genannten Räumen sind in dem neuen Schulhaus Lehr- und Bastelzimmer, ein kleines Museum mit Sammelkästen, der große Hauswirtschaftsraum und ein Fahrradaufbewahrungsraum untergebracht. Moderne Spülanlagen sind ebenso selbstverständlich wie das fließende Wasser in jedem Klassenraum.

1965 musste das neue Schulhaus von 1954 wegen der stark angestiegenen Schülerzahl und der Einführung des neunten Schuljahrs erweitert werden. Im September 1965 stimmte der Gemeinderat einer Aufwertung der Neckartailfinger Volksschule zu einer Hauptschule auch für die Schüler aus den Schulverbandsgemeinden Altdorf und Schlaitdorf gemäß Schulentwicklungsplan zu. Die Klassen 6 bis 9 unterrichtete man in Neckartailfingen, während die Schüler der 5. Klasse in Schlaitdorf zur Schule gingen. Drei der Neckartailfinger Grundschulklassen unterrichtete man zu dieser Zeit jeweils in einem Klassenraum des Kindergartens, im Lehrsaal des Feuerwehrmagazins und auf der Empore der Turnhalle. Die Pläne für einen grundlegenden Neubau der Grund- und Hauptschule lagen 1967 baureif vor, doch konnten die Arbeiten erst im Juli 1968 ausgeschrieben werden, weil der Staatszuschuss auf sich warten ließ. Am 12. September 1970 weihte man die neue Grund- und Hauptschule mit Lehrerwohnhaus ein. 1978 erhielt sie den Namen „Liebenauschule“; zur Diskussion standen damals auch die Bezeichnungen „Autmutschule“ und „Silberburgschule“. Bereits 1982 sah sich die Gemeinde Neckartailfingen auf Grund der zunehmenden Schülerzahlen dazu veranlasst, das vorhandene Hauptschulgebäude nochmals aufzustocken. Nunmehr sind in unserer Liebenauschule zum heutigen Zeitpunkt die Schülerinnen und Schüler aus den Gemeinden Altdorf, Schlaitdorf und Neckartailfingen gemeinsam untergebracht. In der Grundschule werden 169 Schüler aus Neckartailfingen in acht Klassen und an der Hauptschule werden 139 Schüler in sechs Klassen unterrichtet.

 

Schule im Wandel der Zeit

In den vergangenen Jahren wurden im Bereich der Liebenauschule verschiedene Veränderungen und Verbesserungen vorgenommen.

Neben der Errichtung eines EDV-Raumes wurde auch der Zugang vom Baugebiet Länder II zur Schule hergerichtet und die WC-Anlage saniert. Die Einrichtung der Kernzeitbetreuung und die Unterbringung der Musikschule in geeigneten Räumlichkeiten haben zur Attraktivität der Schule beigetragen und eröffnen Eltern, Schüler und Lehrern neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Die Sanierung der bestehenden Heizungsanlage war der Beginn noch folgender umfangreicher Sanierungsmaßnahmen. In Zusammenarbeit mit Gemeindeverwaltung, Schule und dem Elternbeirat konnten die Schüler ihren Aufenthaltsraum nach ihren Vorstellungen gestalten.

Im Jahr 2004 ist auf Initiative des Elternbeirates eine große Verschönerungsaktion im Schulhof angelaufen, die bis zum Schuljubiläum den Schulhof in neuem Glanz erstrahlen ließ. Durch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde und tatkräftige Unterstützung der Bauhofmitarbeiter wurde  auch eine Boulderwand als neue Attraktion für die Kinder eingerichtet.

Auch wurde ab dem Jahr 2004 am Grundschulgebäude eine Generalsanierung durchgeführt. Mit dem Keller- und Eingangsbereich wurde begonnen. Im Jahr 2005 folgten dann die Klassenräume, Flurbereiche und die Schulküche, sowie der Werkraum. Hierbei wurden nach fünfzig Jahren auch die Elektro-, Wasser- sowie Abwasserleitungen komplett erneuert.

Durch den Bau der Geh- und Radwegbrücke - Einweihung war am 07. Juni 2003 - konnte der Verbindungsweg zwischen der Gemeindehalle, die für den Sportunterricht genutzt wird, und der Liebenauschule verbessert werden. Die Schüler müssten nunmehr nicht mehr auf der alten Neckarbrücke auf einem 1,20 Meter breiten Gehweg direkt am Verkehr zum Sportunterricht oder auf dem Heimweg geschickt werden. Der Weg über die neue Brücke ist 3 Meter breit und führt die Schüler abgerückt von der Kreisstraße sicher über den Neckar.

 

Neubau Liebenau-Sporthalle 

Neben der Sanierung der Schule, beschäftigt die Neckartailfinger Bürgerinnen und Bürger der seit Jahrzehnten gewünschte Neubau einer Sporthalle in unmittelbarer Nähe zur Liebenauschule. Auch wurde die bestehende Gemeindehalle in der Alleenstraße den Anforderungen einer zukunftsfähigen Ausrichtung des Sportunterrichts und der sportlichen Betätigung der Vereine nicht mehr gerecht. Mit einer Bauzeit von rund 12 Monaten wurde dann am 20. Mai 2006 die neue Dreifeldsporthalle eingeweiht und an die Neckartailfinger Bürgerschaft übergeben.  

Neben diesen direkt an der Grund- und Hauptschule getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen, beteiligte sich die Gemeinde Neckartailfingen auch auf freiwilliger Basis an den Kosten für Investitionen zur Verbesserung der Raumsituation an den Realschulen und Gymnasien im Bereich des Schulzentrums Neckartenzlingen und  der Erweiterung des Max-Planck-Gymnasium in Nürtingen. Hierdurch sollte die Unterbringung und schulische Bildung der Neckartailfinger Schülerinnen und Schüler an und in allen Schulbereichen gewährleistet werden.

Unseren nachkommenden Generationen die bestmöglichen Voraussetzungen in diesen Bereichen zu ermöglichen ist Bürgermeister und Gemeinderat ein wichtiges Anliegen.

    

Sanierung Liebenauschule - eine Investition in die Zukunft Neckartailfingens

Am 14. April 2026 wurde der aktuelle Stand der Sanierung der Liebenauschule Neckartailfingen im Rahmen einer kleinen Feierstunde vorgestellt. Für einen gelungenen Auftakt sorgten die Viertklässlerinnen und Viertklässler, die die Gäste mit einem musikalischen Beitrag begrüßten.

Die Sanierung der Liebenauschule ist mit Gesamtkosten von rund 10,5 Millionen Euro eines der größten Bauprojekte der Gemeinde. Etwa 50 Prozent der Kosten werden durch Fördermittel gedeckt. Trotz dieser Unterstützung bleibt es eine sehr hohe, aber notwendige Investition in eine moderne und zukunftsfähige Schulinfrastruktur.

Der Schulbau wird derzeit kernsaniert. Das ehemalige Obergeschoss wurde vollständig abgerissen und neu errichtet. Zusätzlich wurde ein Anbau geschaffen, in dem künftig ein Aufzug sowie neue Sanitäranlagen untergebracht sind. Damit wird die Liebenauschule nicht nur technisch und energetisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch barrierefrei gestaltet.

Im Rahmen der Veranstaltung sprachen Bürgermeister Herr Gogel, Architekt Herr Hübner sowie Zimmermann Simon Layh, der mit seinem Richtspruch einen traditionellen Höhepunkt setzte. In den Redebeiträgen wurde die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde und insbesondere für die Kinder deutlich hervorgehoben.

Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das kommende Jahr vorgesehen. Ziel ist es, die Liebenauschule zum Schuljahr 2027/2028 wieder in Betrieb nehmen zu können.

Ein herzlicher Dank gilt der Schulleitung und dem Lehrerkollegium für ihren großen Einsatz unter herausfordernden Bedingungen, den Planern, Architekten und Handwerkern für ihre engagierte Arbeit, dem Gemeinderat und der Verwaltung für die Begleitung des Projekts sowie den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihr Verständnis während der Bauphase.

Die Gemeinde Neckartailfingen freut sich darauf, dieses wichtige Projekt gemeinsam weiter zu gestalten und die sanierte Liebenauschule bald wieder mit Leben zu füllen.

Infobereiche

Kinderfest

Das traditionelle Kinderfest in Neckartailfingen wurde erstmalig bereits im Jahre 1884 als Kinderfest im Pfarrkalender erwähnt. Dieses Fest wurde in den nachfolgenden Jahren als Maienfest und als Kinderfest benannt. Das Kinderfest wird seit dem Jahre 1991 von der Neckartailfinger Kinderfest GbR in Zusammenarbeit mit der Gemeinde durchgeführt und organisiert.

Naherholungsgebiet Aileswasen

Das Naherholungsgebiet in der Gemeinde Neckartailfingen hat als zentralen Punkt den Aileswasensee mit dem dortigen Seehaus. Es handelt sich hier nicht um einen natürlichen See, sondern er ist aus einer ehemaligen Kiesgrube heraus entstanden.